Der Wettkampf der Strassenbauer

An den SwissSkills Bern 2014 kämpfen sieben Teams um den Schweizer Meistertitel der Strassenbauer. Aktuelle Informationen von der Wettkampffläche gibt es hier.

Mittwoch

Jetzt geht's los!
Die Wettkämpfer der Schweizer Meisterschaft der Strassenbauer sind in Bern eingetroffen. Heute steigt die Eröffnungsfeier. Und die Spannung.

Bern brodelt. Langsam, aber sicher gilt es ernst. Heute Abend steigt die Eröffnungszeremonie der ersten Schweizer Berufsmeisterschaft. Morgen dann beginnen die eigentlichen Wettkämpfe.

Ebenfalls eingetroffen in der Hauptstadt sind die 14 jungen Strassenbauer. Alle topfit und motiviert, die nächsten vier Tage alles zu geben. Am Donnerstag, 18. September 2014, um 09:30 Uhr fällt im Zelt Nr. 12 der Startschuss zur Schweizer Meisterschaft. Welches Team sich die Goldmedaille sichert, wird am Sonntagabend bekannt sein.

Aktuelles über das Geschehen auf und neben dem Wettkampfplatz gibt es auf hier, auf der Facebook-Seite des B. Magazins oder über Twitter.

Die Teilnehmer

Donnerstag

Lasst die Spiele beginnen
Auftakt zu den SwissSkills 2014. Im Zelt 12 bei den Strassenbau-Meisterschaften geht die Post ab. Strassenbau live, Selfie-Automat und Baggersimulator inklusive!

Die Eröffnungsfeier war gestern – heute bläst das AW71, das Horn der Gleisbauer, den Startschuss der Berufsmeisterschaften für die Strassenbauer in Halle 12. Die Wettkampffläche für die sieben Strassenbauer-Teams ist in Top-Zustand, das nötige Material liegt bereit, die Helfer sind auf ihren Posten. Und die Jungs?

Nervös aber cool
Die Gesichter der 14 Wettkämpfer sind konzentriert, alle Teams sind bereit. Noch sind die Hosen sauber und die Farben der Shirts leuchten. Um punkt halb zehn Uhr legen die Strassenbauer los: Plan studieren, einmessen, abstecken. Die ersten Zuschauer stürmen das Zelt und es werden immer mehr. Teenies, Mütter, Väter, Lehrer – sie alle stehen am Rand und begutachten die Arbeit der Strassenbauer aus nächsten Nähe.

Von den Swiss Skills an die LAP
Fast ein bisschen wie im Zoo? Da kann Benjamin Sutter nur lachen. Der Strassenbau-Lernende zeigt interessierten Besuchern in Halle 12 wie man richtig Pflastersteine verlegt. «Als Strassenbauer hat man immer Zuschauer. Ob Autofahrer oder Fussgänger, man ist ja draussen auf den Strassen.» Dem Implenia-Lernenden steht die Begeisterung für den Beruf ins Gesicht geschrieben: «Es gibt gute Weiterbildungsmöglichkeiten, der Job ist sicher, denn es braucht immer neue Strassen. Und abends sieht man, was man den Tag über geleistet hat.» Noch bis morgen Abend versucht Benjamin, die jungen Lehrstellensuchenden für den Beruf zu begeistern. Dann geht es wieder heim ans Büffeln. Er steckt nämlich mitten in den Lehrabschlussprüfungen.

Profifussballer oder Strassenbauer?
Einer, der auch fasziniert am Rand der Wettkampfzone steht, ist Thiago. Er ist 16 Jahre alt und erzählt: «Eigentlich strebe ich eine Fussballer-Karriere an. Trotzdem möchte ich aber eine Lehre machen, falls es nicht klappt mit dem Profifussball.» Körperliche Arbeit und draussen bei jedem Wetter, wie es für die Strassenbauer Alltag ist, wäre für Thiago kein Problem. «Fussball spielen wir ja auch bei jedem Wetter.»

Ein Selfie für die Nachwelt
Interessierte Besucher, motivierte Wettkämpfer – Matthias Forster vom Fachverband Infra zieht eine erste Bilanz: «Wir sind positiv überrascht, wie viele Besucher bereits am ersten Tag gekommen sind! Das freut uns, denn wir hatten einen grossen infrastrukturellen Aufwand, der sich nun auf jeden Fall lohnt.» In der Tat überzeugt der Strassenbauer-Bereich nicht nur mit der grossen Wettkampffläche. Für die Besucher gibt es jede Menge Attraktionen wie den Selfie-Automaten oder den Baggersimulator.

Teamwork trotz Kopfweh
Und wie fühlen sich die Wettkampf-Protagonisten? Christoph Nussbaum in der Mittagspause: «Es ist gut angelaufen. Dario und ich sind ein gutes Team, obwohl er heute nicht so zwäg ist und Kopfschmerzen hat. Die Infrastruktur hier in der Halle ist super. Die Leute machen mich nicht nervös obwohl wir etwas ausgestellt sind. Ich lasse mich aber nicht ablenken, sonst werden wir nicht fertig!» Na dann: Gute Besserung und gutes Gelingen!

Freitag

Meh Dräck!
Wettkampftag 1 ist Geschichte. Die Strassenbauer-Teams beweisen Early Bird-Qualitäten und sind heute Freitag vor allen anderen am Start.

Noch vor offizieller Öffnung des Wettkampfgeländes ertönt der Startschuss in der Halle 12. Die sieben Strassenbauer-Teams greifen punkt halb neun Uhr zum Werkzeug und legen los.

Kopf an Kopf
Die Objekte nehmen langsam Form an. Pascal Studer ist mit seiner Arbeit bis jetzt zufrieden: «Heute bin ich weniger nervös als gestern. Bis jetzt sind alle Teams ungefähr gleich auf, da ist der Konkurrenzdruck noch nicht so hoch.» Höher als gewohnt ist allerdings der Zeitdruck – Gas geben und trotzdem präzis arbeiten ist gefragt.

Wo Bagger?
Das Programm ist straff und das Objekt anspruchsvoll. So müssen die Wettkämpfer hier das eine oder andere Loch mit Werkzeug buddeln, wo auf der Baustelle ein Bagger zur Verfügung stehen würde. Doch die Halle ist einfach zu klein für sieben Team-Bagger! Voller Körpereinsatz verlangt das Ausmessen. Da legt sich der eine oder andere schon mal auf den Bauch fürs richtige Augenmass – meh Dräck eben.

Wettkampftipps vom Olympiasieger
Prominenter Besuch vor dem Mittag: Skicross-Olympiasieger und Strassenbauer Mike Schmid kommt zur moralischen Unterstützung. Als echter Kämpfer hat er auch einen guten Rat für seine Arbeitskollegen im Gepäck: «Die Situation ist ähnlich, wie wenn ich an einem Skicross-Wettkampf antrete. Die Jungs sind hier, weil sie gut sind. Sie müssen nichts beweisen sondern ihre Leistung abrufen und ihr Bestes geben. Eigentlich so wie jeden Tag auf der Baustelle. Auf dem Wettkampfplatz muss man einfach die Zuschauer ausblenden und noch mehr versuchen, sich auf die Arbeit zu fokussieren.»

Samstag

Heisser Belag - gewichtige Stellplatten
Jetzt werden die Maschinen aufgefahren: In Halle 12 geht’s an den Belagseinbau. Es dampft, es ist heiss, es wird staubig. Mitten drin die Jungs der Strassenbauer-Teams.

Temperaturanstieg in Halle 12: Alle sieben Teams können heute mit dem Belagseinbau anfangen. Jetzt geht’s richtig zur Sache, denn hier kommen auch Maschinen zum Einsatz.

Belagswalze und Bretter an den Füssen
Der dampfende Belag wird mit der Schubkarre geholt und in Handarbeit mit der Krucke verteilt. Später fährt dann die Belagswalze ein und verdichtet die Oberfläche. Während der elegante Strassenverlauf auf dem Wettkampfplatz langsam Gestalt annimmt, stehen viele Freunde und Verwandte der Teilnehmer am Rand. Robin Kriechs Familie beobachtet stolz, wie er mit Holzbrettern an den Füssen den Belag feststampft: Sein Bruder wünscht sich, dass Robin die Wettkampftage geniesst. «... und eine Platzierung unter den ersten Drei!».

Mädchenkram?
Während die Teams schwitzen und schuften, gibt es weibliche Verstärkung beim Team am Stand: Katja, Strassenbauerin im 2. Lehrjahr gibt Auskunft und beantwortet die Fragen der neugierigen Besucher. Also kein ausschliesslicher Männerberuf? Katja lacht: «Auf keinen Fall! Ich habe meine Entscheidung für die Strassenbauer-Lehre noch keinen Tag bereut.»

Stein um Stein
Am Nachmittag kehrt wieder etwas Ruhe ein. Die Maschinen schweigen, dafür werden Steine geklopft. Es gilt, die Stellplatten zu setzen, die später anbetoniert werden. In das daraus entstehende Rechteckt müssen die Strassenbauer eine Pflästerung verlegen – Handwerk so richtig von Hand. Heute freut sich wohl jeder der 14 Teilnehmer auf eine erfrischende Dusche am Abend!

Sonntag

Olympische Stimmung zum Schluss
Letzter Wettkampftag bei den Strassenbauern: Nach dem Schlusssignal um Punkt 15 Uhr sind sich alle einig: Dabeisein ist alles, wir waren ein grosses Team.

Am vierten und letzten Wettkampftag mobilisieren die sieben Strassenbauer-Teams nochmal alle Kräfte und bringen ihre Objekte zum Abschluss. Es wird gepflästert und geklopft, gewischt und am Ende alles auf Hochglanz geputzt. Dann, um 15 Uhr ist endgültig Schluss. Vierzehn Helme fliegen in die Luft, Erleichterung und Freude spiegelt sich auf den Gesichtern.

Wer gewinnt, ist zweitrangig
«Ich bin sehr erleichtert, dass es fertig ist. Es war ein super Anlass und ein tolles Erlebnis für mich. Wer heute Abend auf dem Siegerpodest steht, ist völlig zweitrangig», meint Robin Moll. Auch Pascal Studer ist froh, dass es fertig ist: «Es waren vier coole Tage, die super organisiert waren. Jetzt freue ich mich auf eine Dusche und auf die Siegerehrung heute Abend.» «Es war sehr anstrengend, das geht an die Nieren. Aber ich bin fit und ab Dienstag wieder bei der Arbeit. Ein Dritter Platz wäre schön, alles was besser ist, wäre Luxus», so ein bescheidener Robin Kriech.

Philipp Schär ist sich sicher: «Von mir aus gesehen sind wir alle Schweizer Meister. Ich freue mich jetzt auf einen kühlen Drink und Erholung.» Auch Christian Holenstein ist geschafft: «Es war anstrengender, als ich gedacht habe. Aber es war super Stimmung, wir waren eine tolle Truppe. Ich mag den Sieg jedem von uns gönnen.»

Richard Altermatt weiss: «Das Highlight der vier Tage waren für mich die Leute: Wir waren eine gute Gruppe, wir waren ein Team. Es gab keinen Konkurrenzgeist, ich habe es genossen.» Sandro Leuenberger freut sich auf Zuhause: «Jetzt freue ich mich auf die Schlussfeier und danach aufs Schlafen im eigenen Bett. Aber ich bin glücklich, dass ich dabei sein konnte.»

Entscheidung heute Abend
Welches Team sich schlussendlich das begehrte Metall in Bronze, Silber oder Gold um den Hals hängen darf, entscheidet sich heute Sonntagabend. Die Siegerehrung beginnt um 19 Uhr. Der Fachverband Infra ist stolz auf alle vierzehn Teilnehmer und hat jeden einzelnen zum Sieger erklärt. Danke an alle für die tollen vier Tage!